Archiv für den Monat Juni 2012
Freitag, 08. Juni 2012

Von steiler Höhe lohen Feuer
Mit hellem Glanz zum Himmel auf,
Ich lehne schweigend mich ans Steuer
Und lass dem Kahne freien Lauf.
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Die Sterne fangen an zu schimmern,
Der Glühwurm sprüht am Rosenstrauch
Und zuckend auf den Wogen flimmern
Die Lichter hin im Abendhauch.
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Von fern beginnt`s zu tosen, rauschen,
Das Ruder fasst die Schifferin:
„ O wolltet nicht den Tönen lauschen!“
Und lenkt den Kahn zum Ufer hin.
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„Nicht gut zu weilen ist im Weiten,
Ihr wißt, heut ist Johannisnacht,
Wo sessellos die Geister schreiten
Und üben dunkle Zaubernacht.
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Ihr mög`t die Kunde selbst erfahren –
Um Kirchhof liegt der Marbelstein –
Geschehen ist`s vor langen Jahren,
O lasst es Euch zur Warnung sein.
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Dort ruht ein Mädchen; wollt Ihr fragen
Im Dorf nach ihr, ein jeder Greis
Kann euch entzückt von Liedern sagen,
Die einst gefeiert ihren Preis.
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Im Frühling war´s die Glocken klangen
Von nah und fern zum Kirchenfest,
Die Senner von den Alpen sangen
Und Schützen zielten um das Best.
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Kaum war vom letzten Schuß im Tale
Der Rauch ins Abendgrau verweht,
So lockte schon zum Wirtshaussaale
Die Zither und die Klarinett`.
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Sie tanzen bis zur zwölften Stunde,
Da weht es plötzlich scharf und kalt
Und alle schweigen in der Runde,
Bis dumpf der Glockenton verhallt.
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Jetzt trat im grünen Jagdgewande
Ein fremder Schütze durch das Tor,
Er schoß nicht auf dem Scheibenstande
Und niemand kannte ihn zuvor.
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Doch jeder meint, er hab´gesehen
Schon einmal dieses Angesicht,
Und soll er fragen, wo´s geschehen? –
Er weiß sich zu erinnern nicht.
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Er geht zum Spielmann – alle weichen –
Und drücket kräftig seine Hand:
`Spiel auf! es soll dir keiner gleichen
Im reichen, schönen Unterland!`
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Der greift gehorsam in die Saiten,
Er straunet selbst beim ersten Klang:
so hört` er nie die Töne gleiten
Und doch spielt er schon jahrelang.
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Musik hat niemals so geklungen,
Sie dringt ins Herz, zwingt jedes Glied;
Im wilden Knäuel rast verschlungen
Wer strenge sonst das Tanzen mied.
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